Neue Informationsmaterialien zu multiresistenten Erregern

Signet Jahresbericht 2023

Abstract

Innerhalb der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Resistente Erreger (LARE) treffen sich medizinische Expertinnen und Experten in der Arbeitsgruppe Screening und Sanierung, um die weitere Ausbreitung von multiresistenten Erregern zu verhindern. Dies wird unter anderem durch die Aufklärung von medizinischem Fachpersonal mittels der Erstellung von Merkblättern versucht, die die wichtigsten Schritte des Screenings und der Sanierung kurz und prägnant darstellen. Zudem sollen aber auch betroffene Patientinnen und Patienten Informationen zum Umgang mit ihrer Infektion oder einer Besiedelung mit einem multiresistenten Erreger erhalten, damit auch so eine Weitergabe des Erregers verhindert werden kann. Die neuen Merkblätter können auf der Internetseite des LGL kostenlos heruntergeladen werden.

Ergebnisse

Von der Arbeitsgruppe wurden Merkblätter und FAQs zu den Themenfeldern Screening und Sanierung von MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus), 4MRGN (multiresistente gramnegative Stäbchen mit Resistenz gegen 4 Antibiotikagruppen) und VRE (Vancomycin-resistente-Enterokokken) neu aufgelegt (siehe Links in rechter Spalte). Durch eine einheitliche Aufklärung sollen mögliche Screeningmaßnahmen und daraus resultierende Therapiemaßnahmen zielgerichtet weitergegeben werden.
Ein Merkblatt dient als Empfehlung für medizinisches Fachpersonal zum Screening auf MRSA. Das Ziel dieser Empfehlung ist die Verhinderung von MRSA-Infektionen und der Weiterverbreitung des Erregers. Hierbei werden Patientengruppen genannt, bei denen prästationär ein MRSA-Screening erfolgen soll, wie beispielsweise bei einer bekannten MRSA-Anamnese, bei einer chronischen Wunde oder auch bei Dialysepatienten. Neben der Erläuterung der Art des Screenings wird auch die mikrobiologische Methodik kurz dargestellt.
Ein weiteres Merkblatt gibt ähnliche Empfehlungen zum Screening auf 4MRGN. Hierbei geht es vor allem um multiresistente gramnegative Stäbchen-Bakterien gemäß der Empfehlung 10/2012 der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO).
Das dritte Merkblatt thematisiert Empfehlungen zur Sanierung von Patientinnen und Patienten mit positivem MRSA-Nachweis. Die Arbeitsgruppe gibt den Hinweis, dass eine MRSA-Sanierung im Sinne einer Dekolonisierung von Körperstellen mit MRSA-Belastung grundsätzlich wünschenswert wäre und für die Betroffenen infektionspräventiv sinnvoll ist. Daher wird eine zehntägige Standardsanierung detailliert beschrieben, die als Handlungsempfehlung von medizinischem Fachpersonal verwendet werden kann.
Die neueste Veröffentlichung der Arbeitsgruppe soll sich zudem an Personen mit VRE richten. Bei diesen Enterokokken handelt es sich um eine natürlicherweise im Darmmikrobiom vorkommende Bakteriengattung, die durch eine Unempfindlichkeit gegenüber dem Antibiotikum Vancomycin charakterisiert ist. Diese Veröffentlichung beantwortet die wichtigsten Fragen von betroffenen Patentinnen und Patienten und stellt auch wichtige diagnostische und therapeutische Maßnahmen für das medizinische Fachpersonal dar.